BLOG: Was hat es mit der Flyshoot-Fischerei auf sich?

Foto von Jetze van Zwol | Geschrieben am 20. Oktober 2022 | Dieses Forschungsprojekt wird vom Europäischen Meeres- und Fischereifonds finanziert.

Wie viele Rotbarben, Knurrhähne und Tintenfische gibt es in der Nordsee? Obwohl es sich um die Zielarten der Flyshoot-Fischerei handelt, konnte diese Frage bisher nicht beantwortet werden. Im Rahmen des „Wissensprojekts VISwijzer und Flyshoot“ – eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen Good Fish, Wageningen Marine Research und den Flyshoot-Fischern von Cornelis Vrolijk/Jaczon – wird die Flyshoot-Fischerei und ihre Zielarten untersucht. Ein Ziel des Projekts ist es, durch eine verbesserte Datenerhebung den Weg für bessere Nachhaltigkeitsbewertungen zu ebnen.

Trotz des allgemeinen Eindrucks, dass sich die Fischbestände in der Nordsee in einem guten Zustand befinden, kommen einige Fischarten in der Nordsee und im Ärmelkanal derzeit nicht für eine gute Bewertung im VISwijzer infrage. Derzeit sind Arten wie Rotbarbe, Roter Knurrhahn und Tintenfisch im VISwijzer als ROT eingestuft, da keine Daten über Fischbestände und Fischereidruck vorliegen. Diese Arten sind Zielarten der Flyshoot-Fischerei und gehören zu den sogenannten „nicht überwachten Fischarten“. Ohne eine Abschätzung des Fischereidrucks und der Fischbestände ist es bisher nicht möglich, über nachhaltige Fänge dieser Arten zu sprechen.

Doch was ist eigentlich Flyshoot?

Flyshoot ist eine Fischereitechnik, die ursprünglich in Dänemark und Island entwickelt wurde. Seit 2005 wird sie zunehmend auch in den Niederlanden und im übrigen Europa eingesetzt. Im Jahr 2022 umfasst die niederländische Flyshoot-Flotte 20 Schiffe.

Beim Flyshoot-Verfahren werden zwei Seile mit einem dazwischen befestigten Netz in Rautenform ausgeworfen und zum Schiff zurückgeholt. Die langsam über den Grund gezogenen Seile erzeugen Staubwolken, die die Fische, die sich zwischen den Seilen befinden, dazu veranlassen, in Fahrtrichtung zu schwimmen. Im letzten Moment geraten die Fische in das Netz, das dann an Bord gezogen wird. Da das Netz nur relativ kurz im Wasser bleibt, gelangen die Fische unbeschadet und in guter Qualität an Bord. Die folgende Animation zeigt, wie diese Fangmethode funktioniert.

Gemischte Fischereien

Die Flyshoot-Fischerei ist eine gemischte Fischerei. Das bedeutet, dass neben den Zielarten Rotbarbe, Roter Knurrhahn und Tintenfisch immer auch andere marktfähige Fische gefangen werden. Für die Zielarten dieser Fischerei hat die EU bisher keine Managementmaßnahmen eingeführt, da sie für Nordeuropa bisher nicht von wirtschaftlichem Interesse waren. Mit der Zunahme dieser Zielarten in unseren Gewässern aufgrund des Klimawandels und der Zunahme der Flyshoot-Fischerei in den letzten Jahren wird ein nachhaltiges Management, sei es durch Quoten oder auf andere Weise, immer wichtiger. Bislang ist dies jedoch nicht einfach, da nur wenige wissenschaftliche Daten über diese Zielarten vorliegen.

Einzigartige Zusammenarbeit

Die niederländische Flyshoot-Fischerei hat sich bereit erklärt, im Jahr 2019 im Rahmen des „Wissensprojekts VISwijzer und Flyshoot-Fisch“ an der Datenerhebung für nicht erfasste Zielarten mitzuarbeiten. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit Good Fish, Wageningen Marine Research und den Fischern von Cornelis Vrolijk/Jaczon durchgeführt. Die Datensammlung hat begonnen. Dies ist hoffentlich ein guter Schritt, um den Zustand der Bestände von Roten Knurrhähnen, Rotbarben und Tintenfischen in der Nordsee zu erforschen. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf unserer Projektseite Flyshoot.

Möchten Sie mehr über dieses Projekt erfahren? Lesen Sie hier mehr über diese einzigartige Zusammenarbeit!